Asus ZenFone 2 im Test: Groß, scharf, schnell

Als mich die Anfrage von Asus erreichte, ob ich nicht Lust hätte, das ZenFone 2 zu testen, da war ich erstmal furchtbar neugierig. Denn ein Asus-Smartphone hatte ich noch nie getestet – und über das ZenFone 2 hab ich sehr viel Gutes gelesen. Wie es mir im Alltag gefallen hat, das verrate ich euch heute in diesem Testbericht. 

Asus ZenFone 2

Das ZenFone 2 von Asus. (Bild: Asus)

Das Asus ZenFone 2 kommt auf dem Papier mit einer ordentlichen Ausstattung daher, aber wie wir wissen ist Papier geduldig. Daher war ich auf die Praxis gespannt. Und ich möchte gleich zu Anfang sagen: Nur schweren Herzens habe ich mein Testgerät wieder zurückgeschickt! Es war mir in den letzten Wochen ein treuer Begleiter, der mir viel Freude bereitet hat.

Superschnell und zügig mit Intel-Prozessor und großem Arbeitsspeicher

Zunächst einmal war ich begeistert von der Geschwindigkeit. Egal, was ich gemacht hab – Videos anschauen, spielen, surfen, durch die sozialen Netze stöbern: Alles ging überaus zügig und flüssig vonstatten. Asus geht beim Prozessor etwas andere Wege als die meisten Hersteller und setzt auf einen Prozessor von Intel. Das ZenFone 2 gehört außerdem zu den ersten Smartphones mit 4 GB Arbeitsspeicher, was sich bei der flotten Leistung sicherlich auch bemerkbar macht.

Für ein Smartphone mit einem 5,5 Zoll großen Display ist das ZenFone 2 zwar recht kompakt, trotzdem ist es natürlich nur bedingt handlich. Wobei ich mich sehr schnell an die Größe gewöhnt habe und es mich spätestens am dritten Tag überhaupt nicht mehr gestört hat. Im Gegenteil: Ich habe selten so viel auf dem Smartphone gelesen und auch noch nie zuvor so viele E-Mails geschrieben wie in den Wochen mit dem Asus-Handy. Das brillante Display trägt mit dazu bei, dass man auf diesem Smartphone auch gerne liest, sonst bin ich ja wirklich eher auf Papier fixiert. Außerdem ist die Rückseite leicht abgerundet, sodass das Handy wirklich gut und sicher in der Hand liegt.

Stimmiger Gesamteindruck, viele Personalisierungs-Möglichkeiten

Auch wenn die Rückseite nur aus Plastik ist, schick sieht das ZenFone 2 trotzdem aus. Ich kann noch nicht einmal sagen, was genau mir optisch daran so gut gefallen hat, es ist einfach der Gesamteindruck, der passt und in sich stimmig ist. Der setzt sich auch bei der ZenUI genannten Nutzeroberfläche fort, die ebenfalls schick daher kommt. Sie gibt sehr weitreichende Möglichkeiten zur Personalisierung, was ich ja auch immer toll finde.

Allerdings bringt sie auch jede Menge vorinstallierter Apps mit, die sich nicht deinstallieren lassen. Auch wenn mir die Apps gut gefallen haben: Sie sind mit Sicherheit nicht jedermanns Sache und nehmen dann nur unnötig Speicherplatz weg. Das ist aber auch mal wieder Jammern auf hohem Niveau. Mit 32 GB internem Speicher und der Möglichkeit, diesen zu erweitern hat man wirklich genug Kapazität für Apps, Spiele, Bilder, Videos, Musik und sonstige Dokumente.

Kamera eher im Mittelfeld

Die 13 MP Kamera gehört zwar nicht zu den besten Smartphone-Kameras, geht aber vor allem in Anbetracht des Preises vollkommen in Ordnung. Ein paar Testfotos stelle ich euch hier ein, damit ihr euch selbst ein Bild davon machen könnt. Gut gefallen hat mir, dass man die Wahl hat zwischen zahlreichen Modi, aber vieles auch selbst einstellen kann – und das ohne allzu großen Aufwand.

An der Vorderseite verbaut Asus eine 5 MP Weitwinkel-Frontkamera, die ebenfalls ordentliche Bilder schießt. Im Dunkeln allerdings sind die Ergebnisse eher unbefriedigend, was jedoch auch bei anderen Smartphones der Fall ist. Anfangs habe ich mir mit der Kamera sehr schwer getan, die ersten Ergebnisse waren für mich enttäuschend. Nachdem ich mich ein wenig damit befasst und einiges ausprobiert habe, wurden die Fotos deutlich besser und ich war dann auch zufrieden damit.

Top: Verarbeitung

Einwandfrei ist hingegen die Verarbeitung. Das Handy ist verwindungssteif, die Rückseite sitzt bombenfest, es gibt keinerlei Spaltmaße und alle Tasten funktionieren nicht nur erstklassig, sondern fühlen sich auch gut an. Apropos Tasten: Wie LG hat auch Asus die Lautstärketaste an die Rückseite verlegt. Das ist in Anbetracht der Größe nicht verkehrt, weil man sie so gut erreichen kann, egal, mit welcher Hand man das Smartphone hält.

Der Power-Button sitzt oben in der Mitte – das ist sicherlich nicht die sinnvollste Lösung, er hätte in meinen Augen an den Rand gehört. Aber auch das ist nur eine Kleinigkeit, mit der man gut leben kann. Immerhin lässt sich das Handy durch Tippen aufs Display entsperren und durch Tippen in die Benachrichtigungsleiste wieder sperren, sodass man den Power-Button nicht allzu oft braucht, wenn man nicht will.

Zen Gesten sorgen für Bedienungs-Komfort

Gut gefallen haben mir die Zen Gesten. Hier kann man durch „Malen“ eines Buchstabens auf das gesperrte Display direkt mit dem Entsperren auch eine App öffnen, wenn man beispielsweise ein „C“ schreibt landet man direkt in der Kamera App. Das geht auch recht zügig vonstatten, sodass die Funktion einen echten Mehrwert bietet. In den Einstellungen kann man festlegen, mit welchem Buchstaben man welche App öffnen möchte, sodass man gezielt die Anwendungen hier einbinden kann, die man am häufigsten nutzt oder auf die man eben den schnellen Zugriff gerne hätte. Außerdem kann man beispielsweise durch Schütteln des Smartphones einen Screenshot machen – auch ein nettes Feature.

Der Akku – ein Dauerläufer!

In einen wahren Freudentaumel versetzt hat mich der Akku. Bei moderater Nutzung hält er ganze zwei Tage durch, selbst bei intensiver Nutzung locker über einen Tag. Und dank der Schnell-Lade-Funktion kann man auch mit 10 Minuten Laden einen Abend überstehen, ohne dass das Handy aufgrund von Strommangel die Arbeit verweigert. Dass der Akku fest verbaut ist und nicht ohne Weiteres getauscht werden kann, kann den großartigen Eindruck kaum mindern. In Hinsicht Akkulaufzeit muss ich mich jetzt, wo ich wieder mit meinem eigenen Handy unterwegs bin, am meisten umstellen. Und es wäre für mich auch ein echtes Kaufargument für das ZenFone 2.

Dual-SIM-Smartphone – selten in dieser Preisklasse

Der Lautsprecher ist an der Rückseite des ZenFone 2 angebracht, die Soundqualität geht in Ordnung. Ich bin da etwas verwöhnt von meinem HTC One M8, das gebe ich zu, mit dessen Klangqualität können nur wenige mithalten. Der Klang wäre für mich aber trotzdem kein ganz wichtiges Kaufkriterium. Aktuell auch kein Kaufkriterium für mich, aber sicher für viele andere: Das Asus ZenFone 2 ist ein Dual-SIM-Smartphone, es kann also mit zwei SIM-Karten gleichzeitig betrieben werden. Gerade wenn man sowohl beruflich als auch privat ein Handy nutzt und dafür zwei SIM-Karten hat, ist das natürlich sinnvoll. Oder auch wenn man viel im Ausland unterwegs ist.

Fazit: Ein tolles Gesamtpaket!

Ihr merkt es, das Asus ZenFone 2 hat mich wirklich begeistert. Es ist in meinen Augen ein rundum gelungenes Smartphone, mit dessen kleinen Schwächen ich problemlos leben könnte, weil die Stärken sie locker wettmachen – mindestens. Und nicht zu verachten ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis: Das ZenFone 2 kostet 379,- Euro (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers), die Straßenpreise liegen aber schon etwas drunter bei rund 350,- Euro. Für diesen Preis bekommt ihr ein Smartphone, bei dem für mich das Gesamtpaket aus Leistung, Extras, Optik und Durchhaltevermögen stimmt. Ein Smartphone, das zumindest an der Kategorie High End kratzt, aber im Preis eben weit unter Galaxy S6, iPhone und Co. liegt.

Bewertung: 

Leistung – 9
Handling – 8
Bedienung – 8
Design & Verarbeitung – 8
Kamera – 7
Display – 8
Extras – 7
Preis-Leistungs-Verhältnis – 9
persönlicher Eindruck – 9
Gesamtpunktzahl: 73/90

(Bewertung: Jedes o.g. Kriterium bekommt Punkte von 0 bis 10 → Gesamtpunktzahl, max. 90 möglich. Anhand der vergebenen Punkte kann jeder Nutzer noch selbst entscheiden, wie er diese gewichten möchte und so eine bessere Entscheidung treffen.)

Pro:
+ unglaublich schnell und flüssig
+ brillantes Display
+ Akkulaufzeit und Schnell-Lade-Funktion
+ Zen UI Gesten
+ viele Möglichkeiten zur Personalisierung

Contra:
– Tasten unterhalb des Displays nicht beleuchtet
– etwas zu viele vorinstallierte Apps
– Kamera benötigt Einarbeitungszeit, um das optimale Ergebnis herauszuholen

Für wen geeignet?
Wer ein flottes Smartphone mit großem und sehr gutem Display und langer Akkulaufzeit sucht, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf das ZenFone 2 werfen. Wer ein Smartphone sucht, das vor allem und von allein gute Fotos macht, der wird unter Umständen nicht ganz glücklich.

Alternativen zum getesteten Gerät:
Alternativen zum Asus ZenFone 2 gibt es einige. Da wäre beispielsweise das LG G4, das preislich inzwischen nur unwesentlich teurer ist. Recht ähnlich in Preis und Ausstattung ist das Huawei G8. Eine weitere Alternative wäre eventuell noch das Samsung Galaxy S5, das preislich allerdings derzeit immer noch über dem ZenFone 2 liegt – und auch nicht so schön aussieht. Auf die Dual-SIM-Funktion muss man jedoch bei allen drei Alternativen verzichten.


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